Liebesgefühle
Lingxin

Geposted am Thursday 18 December 2008

Es ist fast wieder so weit.
Weihnachten. Das Fest der Liebe und der Familie.
Ein Fest wovon ich gar nichts habe. Keine Familie mit der ich glücklich feiern könnte. Keine wärmende Liebe in kalten Nächten. Die Menschen, mit denen ich gerne Weihnachten verbringen würde, haben entweder Familie oder einen Partner mit dem sie glücklich sind. Ich gehöre nirgendwo so recht hin, außer vielleicht auf die Straße. Ich bin sehr unglücklich im Moment. Denn Weihnachten bedeutet auch, dass ich nicht zur Arbeit kann. Die Arbeit bietet mir im Moment eine einzige intakte “Lebenssäule” in meinem Leben. Alles andere ist entweder verloren oder liegt im Sterben. Ich will nicht mehr. Ich mich einfach fallen lassen und gut ist. In Frieden Ruhen.
Weihnachten als Grund für Liebe und Familie gefällt mir nicht. Eine Zeit, die eigentlich das ganze Jahr überdauern soll. Nicht nur an zwei Tagen.
Wieder allein. Es ist besser so. Ich hatte mich auf eine Verabredung gefreut. Zu schön um wahr zu sein. Keine Zeit für Weihnachten. Keine Zeit für etwas worauf ich mich lange freute. Schon wieder ein tiefer Riss in meiner Seele. Nehmt mir doch einfach alles worauf ich mich freuen kann! Nehmt mir doch jeden Funken Licht in meiner Welt! Aber erzählt mir nichts von Freuden, wenn ich nichts davon kriegen kann. Es ist als ob man vor deinen Augen trinkt, während du seit Tagen durstest. Und dazu noch dich ignoriert als wärst du nicht da. Nie da gewesen. Irgendwann vergessen mich alle. Schon damals hat man mich nicht beachtet. Nur wenn sie was von mir brauchten. Dann war ich zu gebrauchen. Ich fühle mich so dumm heute. Ich fühle mich so irregeleitet und verloren. Wie konnte jemand wie ich nur daran denken mehr erreichen zu wollen? Mein Vater nannte mich immer Dreck. Kein Müll – denn diesen kann man einfach so wegwerfen. Dreck musst man abkratzen ehe man es wegwerfen kann. Es ist doch so viel einfacher weiter wertlos zu sein. Selbsthass zu haben. Ich wünsche mir nichts, weil ich es sowieso nicht verdienen würde. Warum also dem Glück hinterherschauen? Irgendjemand kommt und wird es mir entreißen, und ich könnte nichts tun! Ich bin zu wertlos zum leben. Krank, schwach, kaputt und störend. Warum sollte jemand wie meine Angebetete sich deswegen mit mir abgeben? Selbst ich wünsche ihr Besseres, weil sie mir so viel bedeutet. Aber dann kann ich es auch nicht länger mit ansehen. Fehler! Fehler! Ich bin wertlos! Warum soll ich überhaupt Hoffnungen haben, dass ich mit jemand so tollem wie sie zusammen käme! Blödes dummes Herz! Treu, lieb, aber dumm. Was suchst du, Herz, auch jemanden aus, der dich in die Hand nimmt, und dann nach einer Woche zerreist? Was bin ich blöd gewesen zu sagen: ja, es kann sein, dass ich mal Glück habe! Fehler! Immer wieder falle ich noch auf sowas rein! Ich freue mich auf etwas, und dann verliere ich doch alles. Immer tut es so weh…
Es ist schrecklich. Die Erinnerungen erheben sich aus den Tiefen. Das tiefe Loch in meiner Brust, wo einst mein liebendes Herz war, frisst mich von innen auf. Früher hab ich zumindest noch ihr Foto, und dachte immer es wäre egal – so lange es für sie ist. Aber ich verliere immer mehr. Lasst mich doch alle in Ruhe! Hasst mich! Schädigt mich! Zerstört mich! Löscht mich aus! Vielleicht werde ich dann durch Existenzlosigkeit erlöst. Meine Seele ist bereits in einer Hölle auf Erden. Ich habe Angst noch jemanden zu verlieren. Angst davor alleine zu sein. Bescheuert, wenn sowieso niemand da ist. Ich sehe kein Glück mehr für mich. Ich dachte damals: alles was sich zu besitzen lohnt, müsse man sich erkämpfen. Ich versuchte es! Ich dachte es bringt was mutig zu sein, und jemanden meine Zuneigung zu offenbaren. Ich dachte es wäre stark – unabhängig davon was kommen würde. Aber es war dumm zu vertrauen. Es war blöd mein Herz zu öffnen. Es war bescheuert von mir zu denken – ich ein Bastard – dürfte glücklich werden. Ich bin also doch weniger wert als ein Köter.
Es wäre soviel leichter zu hassen, so wie sie mich hassen. Wenn selbst meine eigene Mutter mich weggab – wer will mich dann noch haben? Warum sollten andere glücklich sein, wenn ich nicht glücklich sein darf? Es ist unfair. Nichts ist fair im Leben, sagte sie mal. Was?! Was muss ich tun um Glück zu verdienen? Womit habe ich mein Unglück verdient?
Ich wollte das alles nicht. Ich wollte eine glückliche Familie haben, Freunde mit denen ich spielen kann und Frieden. Reichtum oder Besitztümer waren mir egal – ich wollte nur eine Familie haben! So lang ich denken kann war ich eigentlich immer allein. Entweder das – oder unerwünscht. Wer versteht das schon? Die anderen haben Familie – nicht immer perfekt, aber sie hatten etwas wo sie hinzugehörten. Ich leide darunter, wenn ich nicht für meinen Arbeitgeber arbeiten darf. Es ist das einzige wo ich ein Zugehörigkeitsgefühl habe.
Ich könnte so leicht Böses tun. Immerhin kann ich großartig Gutes tun. Aber ich bin so dumm, und dümmer, dass ich anderen immer nur Gutes tun will, weil ich angeblich weißt was Schmerzen bedeutet. Wie wird mir das vergolten? Gar nicht. Irgendwann verschwinde ich auch von den Bildern, von den Texten und von den Erinnerungen. Alles ist vergänglich. Aber ich habe nichts was ich Familie nennen kann.
Ich bin neidisch. Eifersüchtig. Wütend. Ich will auch keine Hilfe mehr. Geht weg! Sonst zieh ich euch noch mit runter. NIEMAND kann mir helfen, so lange ich es nicht will. Und immer wenn ich wollte, war niemand dazu bereit. Vergesst mich. Hasst mich. Zerstört mich. Ich verdiene es nicht anders. Ich verdiene es nicht glücklich zu sein. Dann brauche ich auch nicht zu hoffen, nicht auf irgendetwas zu freuen nur um dann wieder am Boden zu Enden. Hoffnungen die mein Herz heilen nur um es wieder einzureissen!
Heute wollte ich zum ersten Mal wirklich alles vergessen. Vergessen wie bescheuert es war, mit meinen Liebesgefühlen für meine Angebetete. Vergessen wie schlimm es danach war und was für Geschichten ich mir anhören musste. Ich habe gelitten weil ich mehr wusste als ich wollte! Ich habe gelitten weil ich mich an Dinge erinnere die andere längst verdrängt haben! Und ich leide immer noch unter diesen verdammten Traumata! Wie soll ich wieder lieben wenn ich so große Angst davor habe erneut zerschmettert zu werden?! Wie kann ich nach einem Ersatz für mein Herz suchen, wenn es für die Liebe keinen Ersatz gibt?
Ich will es vergessen… die Schmerzen… den Betrug… die Vorfreuden… die dunklen Geheimnisse… ja, es war manchmal wie ein schöner Traum. Einfach ein schöner Traum der für mich zu schön war, als das es wahr sein konnte. Ich bin so Idiot… Und ich hab nichts mehr… morgen ist mein letzter Arbeitstag in diesem Jahr. Ich freute mich auf meinen Urlaub. Aber dann wird es still. Weihnachten wird es still und einsam sein. Silvester kaum anders. Mir wird es nicht zu feiern zumute sein, wenn ich an das Silvester von vor letztem Jahr denke. Meine Seele ist in dieser Hölle gefangen. Seit wie lange weiß ich nicht mehr.
Noch ein Mal reisse ich mich zusammen, damit man es mir morgen nicht ansieht, wie viele Tränen ich vergießen bis zum versiegen konnte. Morgen ist hoffentlich alles wieder gut. Bis mein Herz erneut meint, aus dem Schmerz aufwachen zu müssen und Sehnsucht und Leid zu hinaus schreien. Momente die ich lieber in mich hinneinfresse als meiner Vertrauten zu erzählen. Aber das Fass ist längst übergelaufen.
Warum, ich dummer Junge. Warum musste ich ausgerechnet jemanden so sehr lieben, die schon nach einer Woche mein Herz zereisst? Warum musste mich mein einstiger bester Freund mit den Geschichten Quälen die ihm das unbeschreibliche Glück zuteil werden ließen? Und warum musste es so grausam enden? TÖTET MICH! So sehr sehne ich mich nach dem Frieden über diese Dinge. So sehr…

Niemals aufgeben. Niemals das Ziel vor Augen verlieren. Ich laufe seit einiger Zeit schon im Kreis. Ein Schritt vor. Fünf Schritte zurück. Anlauf und Sprung. Wo bin ich? Ich bin ein Idiot der etwas hinterherrennt was er nie bekommen kann, und was er nie bekommen wird. Schon zwei Mal meinen Glauben verloren und ich laufe noch. Dumm, di, dumm…

Soll mein Zorn sie doch alle umbringen… doch widerstrebt es meiner Natur… verflucht bin ich…

Keiran @ 22:38
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